Linkschau Digitales Gesundheitswesen #44

Linkschau Digitales Gesundheitswesen
In unserer Linkschau tragen wir regelmäßig relevante Meldungen zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen zusammen. So bleiben Sie im Bilde und sind zu aktuellen Entwicklungen informiert und auf dem Laufenden.


Bundesrat billigt Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG)

Damit das DVG in Kraft tritt, fehlt also nur noch die Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt:

„Die Neuregelungen sollen vor allem den Zugang zu digitalen Innovationen in der Regelversorgung und die Telematik-Infrastruktur verbessern. Das Gesetz verpflichtet deshalb Apotheken und Krankenhäuser, sich an die Telematikinfrastruktur anzuschließen: bis Ende September 2020 bzw. 1. Januar 2021. Auf diese Weise soll es Patientinnen und Patienten ermöglicht werden, möglichst bald digitale Angebote wie die elektronische Patientenakte zu nutzen. Hebammen und Physiotherapeuten sowie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen können sich freiwillig anschließen. Die Kosten hierfür werden erstattet.“

https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/19/983/12.html;jsessionid=44C8A4BE8D8AF06A1E5109F068D542CB.1_cid349?nn=4352768#top-12


FDP kritisiert mangelnden Datenschutz in DVG

In einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung erkundigt sich die FDP-Fraktion nach dem Schutz von Patientendaten, die durch das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) betroffen sind:

„Neben rein technischen Fragen, zum Beispiel zu Verschlüsselungstechniken, werden auch Bereiche wie Zugriffsdokumentation, Geheimhaltung und Zustimmungspflichten angesprochen“, so Krankenkassen Direkt über die Anfrage der FDP.

https://www.krankenkassen-direkt.de/news/news.pl?id=992314


Einordnung des DVG

In der Heilbronner Stimme fasst Valerie Blass die Beschlüsse des Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) zusammen, schätz ab, was sie für Patienten bedeuten und bündelt die Kritik der Kassen und weiterer Player:

„Wir sehen uns in Deutschland selbst gern als Schlusslicht, aber so schlecht sind wir gar nicht. Wir haben einen sehr gut regulierten Gesundheitsmarkt und langsamere Zyklen, weil wir Wert auf Sicherheit und Datenschutz legen. […] Dass Google auf Millionen von Patientendaten zugreift wie in den USA, könnte in Deutschland so nicht passieren“, meint Timo Frank vom Verein „Hashtag Gesundheit“.

https://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/Die-digitale-Medizin-kommt;art140897,4281751


Milliarde medizinische Bilder im Netz

Globale Greenbone-Analyse findet knapp 1,2 Milliarden vertrauliche medizinische Bilder im Zusammenhang mit Patientendaten im Internet.

„Während einige Länder schnell gehandelt haben und alle zugänglichen Daten aus dem Internet entfernt haben, scheint sich das Problem der ungeschützten PACS-Systeme weltweit noch zu verschärfen. Insbesondere in den USA fließen sensible Patienteninformationen offenbar frei zugänglich im Netz. Dort zeichnet sich eine Datenschutzkatastrophe ab. […] Bei unserer zweiten Analyse hatten wir nicht damit gerechnet, dass wir noch mehr ungeschützte Daten finden würden als zuvor. Und schon gar nicht, dass wir weiterhin Zugang zu den Systemen haben würden, die wir bereits identifiziert hatten. Immerhin ist es einigen Ländern gelungen, ihre Systeme aus dem Internet zu nehmen. Das gibt Hoffnung. Aber es gibt noch viel zu tun“, erklärt Dirk Schrader, Cyber Resilience Strategist von Greenbone Networks.

http://www.medizin-edv.de/modules/AMS/article.php?storyid=4890


Daten von 30.000 Patienten im Netz

Der Server einer Celler Arztpraxis war inklusive zehntausender sensibler Datensätze offen für jedermann über das Internet erreichbar. Das legte der IT-Experte Cedric Fischer von CeFisystems auf. Ein Fehler beim Router und veraltete Software führten zum Datenleck.

„Dazu höchst private Daten wie Arbeitsverträge, Kündigungen, Spenden/Schuldnerlisten, BWA etc. über und von dem Inhaber der Praxis“, so Fischer in einer Mail an heise.de.

https://www.heise.de/ct/artikel/Warum-eine-komplette-Arztpraxis-offen-im-Netz-stand-4590103.html


Gematik informiert über KOM-LE

Die „sichere Kommunikation zwischen Leistungserbringern“ ist eine der Anwendungen der Telematikinfrastruktur:

„Eine über Ihr klassisches E-Mail-Programm verschickte Nachricht ist auf Grund fehlender Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend vor dem Zugriff Dritter geschützt. Ihre Verwendung steht im Widerspruch zur ärztlichen Schweigepflicht und dem Patientenschutz. Das ändert sich mit KOM-LE“, hebt die Gematik die Vorteile des sicheren E-Mail und Datenaustauschs im Gesundheitswesen hervor.

https://www.gematik.de/fileadmin/user_upload/gematik/files/Publikationen/gematik_Sicherer_E-Mail-_und_Datenautausch_im_Gesundheitswesen.pdf


Von KV-Connect zu KOM-LE?

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) darf selbst eine Anwendung zur sicheren Kommunikation zwischen Leistungserbringern entwickeln. Das Versenden von Arztbriefen wird ab Mitte 2020 vermutlich nicht mehr per KV-Connect, sondern nur noch per KOM-LE gefördert werden:

„Da KOM-LE keine komplexe Anwendung ist – es handelt sich letztlich um einen E-Mail-Dienst – sind viele im Markt der Auffassung, dass der geschilderte Zeitplan einigermaßen realistisch ist. Die interessante Frage ist allerdings, was jenseits des CGM-Universums passieren wird. Technisch ist die KOM-LE-Anwendung unabhängig vom Konnektor und vom AIS. De facto benötigt sie aber den signaturfähigen E-Health-Konnektor, den bisher weder Secunet/Arvato noch RISE noch die Telekom zur Verfügung stellen können“, so die Einschätzung von E-Health-Com.

https://e-health-com.de/details-news/kom-le-erste-sitzung-nach-dvg/


Gematik: Softwareupdates notwendig für Sicherheit

Mit dem richtigen Softwareupdate können auch alte Geräte aktuell gehalten werden und sind so durch die Gematik zugelassen:

„Zulassungen durch die gematik sind zeitlich befristet. So läuft beispielsweise zum Jahresende die Zulassung einer aktuellen Produktversion des Konnektors von KoCo Connector GmbH („KoCoBox MED+“; 1.3.4:2.0.0) aus. Die Software-Updates gewährleisten die weitere Nutzbarkeit des Konnektors. Das Gerät muss nicht ausgetauscht werden“, erläutert die Gematik.

https://www.gematik.de/news/news/konnektor-updates-stellen-stabilen-einsatz-sicher/
https://www.kbv.de/html/1150_43238.php


Kritikpunkte am E-Rezept

Während deutsche Apotheken die vor allem die Konkurrenz internationaler Versandapotheken fürchten, bemängeln Ärzte, dass digitale Signaturverfahren könnte länger brauchen als beim Papierrezept. Auch darüber, wieviele Apps zur Verarbeitung der E-Rezepte am Markt konkurrieren, gibt es verschiedene Interessen:

„Der DAV arbeitet an einem Gegenmittel gegen DocMorris: an einer eigenen E-Rezept-App. [… Die Apotheken fordern also ein Monopol für ihre Anwendung. Dass sie damit durchdringen, ist unwahrscheinlich. Laut Gesundheitsministerium soll die Gematik Spezifikationen erstellen und Zulassungsverfahren etablieren, ‚damit auf dieser Grundlage Industriefirmen entsprechende Produkte entwickeln‘. Spahns Beamte sprechen hier wohl absichtlich von einer Mehrzahl von Lösungen“, heißt es in einem Bericht von c’t auf heise.de.

https://www.heise.de/ct/artikel/E-Health-Streit-um-das-geplante-E-Rezept-4590521.html


CGM wirbt auf DAZ.online mit zehntausenden von Konnektorinsallationen

Nach der ersten Welle der TI-Anbindung in Arztpraxen legt CompuGroup Medical den Fokus auf den Anschluss deutscher Apotheken an die Telematikinfrastruktur:

„Das Software-Upgrade, das den Konnektor KoCoBox MED+ zu einem E-Health-Konnektor macht, hat die CGM bereits Anfang August 2019 offiziell bei der gematik zur Zulassung eingereicht. Aktuell laufen die umfangreichen funktionalen Tests der gematik und die Sicherheitsüberprüfung durch die Prüfstellen bzw. das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Der Rollout an die CGM-TI-Kunden, die den Konnektor KoCoBox MED+ im Einsatz haben, wird sich direkt an den erfolgreichen Abschluss des Feldtests anschließen.“

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/anzeigen/2019/11/27/cgm-steht-fuer-innovation-und-kontinuitaet-in-der-telematikinfrastruktur
https://www.cgm.com/de/telematikinfrastruktur_de/telematikinfrastruktur_in_der_apotheke/apotheke.de.jsp


Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen

Darüber berieten die Teilnehmer des „Ergon E-Health Breakfast“ in der Schweiz:

„Ärzte müssen die Patientendaten verwerten und vernünftig abarbeiten können. Mit KI-Unterstützung sollen die Daten so gefiltert werden, dass das Wichtigste zum Arzt geschleust wird und damit effizientere Diagnosen erstellt werden können“, heißt es in der Zusammenfassung von computerworld.ch.

https://www.computerworld.ch/business/ehealth/gesundheitswesen-kuenstliche-intelligenz-2393332.html


Bitkom-Umfrage: Ein Drittel der Befragten würde sich Zweitmeinung von KI einholen

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien befragte rund 1.000 Deutsche zu deren Haltung gegenüber dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin:

„Es ist erfreulich, dass eine wachsende Zahl von Menschen dem Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin offen gegenüber steht“, so Achim Berg, Präsident

https://e-health-com.de/details-news/bitkom-umfrage-kuenstliche-intelligenz-kann-aerzte-effektiv-unterstuetzen/


Healthcare Content Management

Damit beschäftigt sich die Folge #93 des eHealth-Podcast mit dem Gast Daniel Geue von der VISUS Health IT GmbH:

„Wir haben den Begriff […] dem Enterprise Content Management [entlehnt). Da geht es typischerweise darum, Dinge, in dem Fall Dokumente, entgegenzunehmen, zu verwalten, diese auch anderen Leuten zur Verfügung zu stellen und zu archivieren. Und wir haben festgestellt, dass der Mediziner oder der Kliniker entsprechend auch solche Dinge benötigt. Er hat auch ganz viel Content – Bilder, Biosignale, Dokumente usw. – aber die Anforderung für einen Mediziner oder Kliniker sind schon sehr anders, als ein Dokumentenmanagementsystem so bietet,“ erklärt der Produktmanager Geue.

https://www.ehealth-podcast.de/folge-93-healthcare-content-management/


Healthcare Forum

„Wettbewerbsvorteile sichern – Digitale Innovationen beschleunigen“ war das Motte des InterSystems DACH Symposium, auf dem rund 200 IT-Dienstleister, Wissenschaftler and Analysten zusammenkamen.

„Gesundheitsdaten wachsen 60% schneller als Daten in anderen Branchen“, sagte Don Woodlock, Vice President HealthShare in seiner Keynote.

http://www.medizin-edv.de/modules/AMS/article.php?storyid=4889


Auch Versorgung von Unfallpatienten soll von der Digitalisierung profitieren

HealthShare gewinnt öffentliche Ausschreibung für „DGUV Affinity Domain“.

„Wir werden sukzessive alle notwendigen Dokumentationen auf Basis internationaler Standards (HL7 CDA, HL7 FHIR etc.) neu gestalten. So leisten wir einen wichtigen Beitrag für die interoperable Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens“, so Dr. Edlyn Höller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

http://www.medizin-edv.de/modules/AMS/article.php?storyid=4892


Jens Spahn verweist auf Erfolge

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nutzt die Haushaltsdebatte für den Gesundheitsetat 2020, um auf Erreichtes zu verweisen und mahnt weiteres Tempo an:

„Wir haben mit diesen 20 Gesetzen für spürbare Verbesserungen im Alltag der Bürgerinnen und Bürger, von Patientinnen und Patienten, von Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten, von all denjenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, gesorgt. Wir haben mit diesen 20 Gesetzen 20 Signale dafür gesendet, dass wir Gesundheit und Pflege in diesem unseren Sozialstaat für die 20er- und 30er-Jahre vorbereiten. Darum geht es bei dem Tempo, das wir in der Gesundheitspolitik machen“, so Spahn im Bundestag.

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/reden/bundeshaushalt-2020-beschluss-ep15.html


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