Linkschau Digitales Gesundheitswesen
In unserer Linkschau tragen wir regelmäßig relevante Meldungen zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen zusammen. So bleiben Sie im Bilde und sind zu aktuellen Entwicklungen informiert und auf dem Laufenden.


DGV vom Bundestag beschlossen

Am Donnerstag hat das Digitale-Versorgung-Gesetz (DGV) den Bundestag erfolgreich passiert. Es soll im Januar 2020 in Kraft treten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn treibt damit die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter voran.

„Das DVG ist ein ordentlicher Schub für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die Bedenken über den Datenschutz, die in den vergangenen Tagen laut wurden, konnte die Koalition ausräumen. Wir haben klargestellt, dass die Krankenkassen ihre Abrechnungsdaten pseudonymisiert an den GKV-Spitzenverband liefern. Dieser leitet die Daten weiter an das Forschungsdatenzentrum beim BfArM. Von dort werden die Daten anonymisiert und aggregiert an gesetzlich klar definierte Forschungseinrichtungen wie Hochschulen, Unikliniken oder Instituten wie dem IQWiG weitergereicht“, zitiert E-Health-Com den SPD-Bundestagsabgeordneten Dirk Heidenblut, Berichterstatter für Telemedizin und E-Health.

https://e-health-com.de/details-news/bundestag-verabschiedet-digitale-versorgung-gesetz/


Überblicke zu vorherigen Änderungsbeschlüssen zum DGV

Vor dem Beschluss des Digitale-Versorgungs-Gesetz (DGV) brachte die Koalition Änderungsanträge u. a. zum E-Rezept ein. Patienten sollen Verordnungsdaten von E-Rezepten aber doch nicht löschen können:

„Allerdings bliebt es dabei, dass der Zugriff auf das eRezept auch ohne elektronische Gesundheitskarte (eGK) möglich sein soll, ‚um ärztliche Verordnungen auch ohne vorhergehenden persönlichen Arzt-Patientenkontakt, zum Beispiel im Rahmen einer ausschließlichen medizinischen Fernbehandlung, zu ermöglichen’“, berichtet Apotheke Adhoc.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/erezept-patienten-sollen-daten-loeschen-koennen-digitale-versorgung-gesetz-dvg/
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/erezept-koalition-streicht-recht-auf-datenloeschung-digitale-versorgung-gesetz/
https://e-health-com.de/details-news/dvg-aenderungsantraege-zu-kom-le-und-praxis-it-wilde-diskussionen-um-303/
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/11/05/groko-e-rezept-auch-fuer-heil-und-hilfsmittel-sowie-haeusliche-krankenpflege/


Kritik an zentraler Datenbank für Gesundheitsdaten

Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sieht eine zentrale Gesundheitsdatenbank zu Forschungszwecken vor, in der Daten von mehr als 70 Millionen gesetzliche Versicherten werden. Kritiker bemängeln, die Pseudonymisierung sei zu leicht rückgängig zu machen:

„In der Technik sind wir durchaus an der Stelle, dass wir diese mangelhafte Technik der Anonymisierung und Pseudonymisierung nicht mehr benötigen“, so Informatiker Dominique Schröder von der Uni Erlangen-Nürnberg in der Anhörung des Gesundheitsausschusses, bevor das DVG beschlossen wurde.

https://netzpolitik.org/2019/digitale-versorgung-gesetz-jens-spahn-will-gesundheitsdaten-sammeln-gesundheitsapps/
https://logbuch-netzpolitik.de/lnp320-leute-die-husten-kauften-kauften-auch
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/11/04/gruene-warnen-vor-spahns-plaenen-zu-gesundheitsdaten-forschung
https://www.piratenpartei.de/2019/11/03/piraten-warnen-vor-ausverkauf-der-patientendaten/
https://e-health-com.de/details-news/rueckendeckung-fuer-spahn-von-sozialdatenexperten/
https://www.krankenkassen-direkt.de/news/pr/mitteilung.pl?id=2362944

Der GKV-Spitzenverband reagierte wie folgt:

„Wir werden nur pseudonymisierte Daten bekommen, die nicht einzelnen Patientinnen und Patienten zugeordnet werden können. Wir gehen davon aus, dass eine Re-Identifizierung nicht möglich ist“, sagt Dr. Doris Pfeiffer aus dem GKV-Spitzenverband.

https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_934624.jsp

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn wies die Kritik zurück:

„Es geht nicht um Behandlungsdaten, sondern um Abrechnungsdaten“, so der Gesundheitsminister.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/spahn-weist-kritik-an-sammlung-von-gesundheitsdaten-zurueck-digitale-versorgungs-gesetzes/


„Neue IT-Richtlinie für Vertragsärzte“

Mit dem nun beschlossenen Digitale-Versorgung-Gesetz (DGV) hat der Bundestag eine Richtlinie „zur IT-Sicherheit in der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung“ vorgesehen, die Mitte 2020 kommen soll. Sie soll auch die sicherere Installation und Wartung von Diensten und Komponenten der Telematikinfrastruktur sicherstellen.

„Ebenfalls interessant für Vertragsärzte ist der Änderungsantrag fünf zur Telematikinfrastruktur. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sollen für den Versand von elektronischen Rezepten oder Arztbriefen künftig auch den sektorübergreifenden Kommunikationsdienst KOM-LE nutzen. Dieser funktioniert ähnlich wie E-Mail und ist zusätzlich mit mehreren Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet – etwa einer Ende-zu-Ende- Verschlüsselung“, berichtet der Ärztenachrichtendienst.

https://www.aend.de/article/200690

Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Thomas Kriedel sagt dazu:

„Grundsätzlich begrüßen wir, dass die Datensicherheit in den Arzt- und Psychotherapeuten­pra­xen im Gesetz thematisiert wird. Sicherheitsfragen spie­len gerade durch den Anschluss an die Telematik­infra­struktur (TI) eine große Rolle. Viele Praxen werden da­durch auf das Problem hingewiesen. Sie müssen zudem viel mehr tun, weil sie ja ab 2021 die elektronische Pa­tientenakte (ePA) befüllen müssen. Dabei spielen ganz andere Fragen der Sicherheit eine Rolle. Es ist daher auf jeden Fall sinnvoll, alle Praxen auf denselben Standard zu verpflichten. […] Es geht um eine große Spannbreite, angefangen von der psychotherapeutischen Einzelpraxis bis hin zu einem MVZ mit vielleicht zehn, zwanzig Ärzten, für die die Richtlinie passen muss.
Darüber hinaus gilt: Die geforderten Lösungen müssen sicher sein, aber sie müssen auch finanzierbar und umsetzbar, das heißt handhabbar für den Arzt in seinem Praxisalltag sein. Unsere Vorstellung: Wir machen diese Richtlinie zusammen mit dem BSI, sodass klar ist, es handelt sich um eine veritable Richtlinie, die die Praxis so vorbereitet, dass sie auf dieser Basis Sicherheit im Umgang mit den Daten erhält.“

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/107138/Die-Richtlinie-zur-IT-Sicherheit-wuerde-Rechtssicherheit-fuer-alle-Seiten-schaffen
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/107199/Digitale-Versorgung-Gesetz-Klarstellungen-und-Ergaenzungen


Überblicke zum Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG)

Die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ beantwortet in einem Beitrag viele Fragen rund um das DVG. Behandelt wird der Datenschutz, die Telemedizin und die Telematikinfrastruktur.

„Schon jetzt nutzen Forscherinnen und Forscher Patientendaten um herauszufinden, wie gut Kranke versorgt sind. Würde das Gesetz beschlossen, wären sie bloß einfacher verfügbar. Die entscheidende Frage, die sich laut der Forscherin Ingrid Schubert im Gespräch mit ZEIT ONLINE stellt: ‚Können wir es uns erlauben, diese Daten nicht zu nutzen?‘“, so Alina Schadwinkel in der Zeit.

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-11/digitale-versorgung-gesetz-elektronische-patientenakte-telemedizin
https://www.kma-online.de/aktuelles/politik/detail/digitale-versorgung-gesetz-was-kommt-ab-2020-a-42242


Gematik wird Leitplanken für E-Rezept erst Mitte 2020 bekannt geben

Gematik-Chef Dr. Markus Leyck Dieken rät Modellbetreibern innezuhalten und genau über mögliche Investments nachzudenken:

„Wir haben einen neuen Modus Operandi. Es gibt nun keine passive Dienstbarkeit mehr in der Gematik, sondern aktive Projektarbeit“, so Leyck Dieken.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/11/06/einige-e-rezept-projektbetreiber-sollten-vielleicht-erst-einmal-innehalten

Zudem sollen auch rezeptfreie Präparate im elektronischen Medikationsplan (eMP) aufgenommen werden. Die Arbeitsabläufe dürften dadurch aber nicht verkompliziert werden:

„Ein elektronischer Medikationsplan, in dem nur die Hälfte steht, ist nicht überzeugend. […] Schlüssige Digitalisierung ist nur dann erfolgreich, wenn sie Arbeitsabläufe erleichtert statt erschwert“, sagt Leyck Dieken.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/epa-gematik-will-otc-registierung-bei-abgabe/


eMedikationsplan (eMP) kommt 2020

In den ersten Monaten des nächsten Jahres sollen Testläufe zum Notfalldatenmanagement (NFDM), zum eMP und zur sicheren Kommunikation zwischen Leistungserbringern (KOM-LE) kommen.

„Darauf aufbauend gilt es, medizinische Anwendungen für Versicherte und Leistungserbringer zur Verfügung zu stellen, deren Nutzen für alle greifbar wird“, zitiert Apotheke Adhoc die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/emedikationsplan-test-startet-anfang-2020-digitalisierung/


Bundesregierung strebt sichere Gesundheits-IT an

Das geht aus der Antwort der Regierung auf die oben zitierte Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor:

„Die Notfalldaten (NFD) und der eMP [elektronische Medikationsplan] der gesetzlich Versicherten werden auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert. Die elektronische Patientenakte wird ebenfalls die Speicherung des NFD und des eMP in der versichertenindividuell verschlüsselten Akte ermöglichen. Beim sicheren Übermittlungsverfahren KOM-LE werden zu übermittelnde Nachrichten, Dokumente und Daten beim Absender verschlüsselt und an einen KOM-LE Fachdienst gesendet. Der Empfänger holt diese Nachrichten vom KOM-LE Fachdienst ab und entschlüsselt diese in seiner Umgebung (Ende-zu-Ende Verschlüsselung) […] Die Versicherten bestimmen selbst und im Rahmen der gesetzlich definierten Zugriffsrechte, welchen Leistungserbringern sie Zugriff auf ihre ePA erlauben. Grundvoraussetzung des Zugriffs auf die elektronische Patientenakte ist das Vorliegen eines entsprechenden Heilberufs- bzw. Berufsausweises.“

https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/137/1913787.pdf


Folge 92 des E-Health-Podcast gibt ein Update zur Telematikinfrastruktur.

In den News gehen die Moderatoren zunächst auf die Meldung rund um den angeblichen Rückzug von Telekom aus dem Konnektorengeschäft ein – sowie das Dementi. Als Interviewpartner ist Jens Naumann, Geschäftsführer der medatixx GmbH und ehemaliges Vorstandsmitglied bvitg zu Gast. Auf die Frage, ob KOM-LE und KV-Connect vom Funktionsumfang her ähnlich sind, antwortet Naumann:

„Ja, das ist letztlich eine Definition, wie ein Austausch von strukturierten Dokumenten und unstrukturierten Dokumenten stattfinden soll. Den Zweck, den ich mit diesen Kommunikationsprozessen erfüllen kann, der ist identisch – nämlich ein sicherer Austausch von strukturierten und unstrukturierten Dokumenten zwischen Leistungserbringern und KV und ähnlichem. Sie sind konkurrierende Standards. Spannenderweise entwickelt beide von der KBV. Einmal im Rahmen ihrer Rolle als Gematikgesellschafter, da haben sie KOM-LE spezifiziert. Und dann nochmal als eigener Ansatz KVTG hat man KV-Connect entwickelt und die beiden Standards sind auch nicht zueinander kompatibel – kann sich jeder ein Bild darauf machen, warum.“

https://www.ehealth-podcast.de/folge-92-update-telematik-infrastruktur/
https://www.kbv.de/html/1150_42984.php


Keine Anbindungsfrist oder Sanktionen für Apotheken bei Nichtanbindung an die Telematikinfrastruktur

Christian Klose, im Bundesgesundheitsministerium für Gematik und E-Health zuständig, erklärt, warum:

„Bei den Apothekern läuft dieser Prozess sowieso. Die sind schon so weit. Bei den Apothekern ist das ureigene Interesse, digitalisiert zu arbeiten, schon da.“

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/11/07/warum-verzichtet-spahn-bei-apothekern-auf-sanktionen


Damit E-Rezepte die Medizinversorgung verbessern können, müssen Ärzte sie verschreiben

Im Gegensatz zu Apotheken könnte es an der Bereitschaft der Ärzte und an der Umsetzung der Signatur hapern.

„Beim derzeitigen Technik-Stand müsse sich der Arzt für jede Signatur mit einer sechsstelligen PIN-Nummer neu ins System einloggen und jede Verordnung einzeln unterzeichnen. Das koste bis zu 20 Sekunden pro Vorgang“, zitiert die Deutsche Apotheker Zeitung Sebastian John von der KBV.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/11/07/e-rezept-das-problem-mit-den-aerzte-signaturen


Praxen werden digitaler

Das ergab eine Studie, die im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vom IGES Institut durchgeführt wurde. Die Angaben von gut 2.000 Arztpraxen flossen darin ein.

„Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung in den Praxen schon weit vorangeschritten ist. Dies gilt vor allem für die Bereiche Praxisorganisation und -management sowie Dokumentation. Tatsächlich sind das die Bereiche, in denen Ärzte die Digitalisierung am ehesten als Fortschritt wahrnehmen […]. Dort, wo die Anwendungen weiterhelfen und auch durchdacht sind, macht die Digitalisierung Sinn“, so Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV.

https://www.kbv.de/html/presse_42981.php
https://www.kbv.de/html/1150_42986.php


Neuer Kommunikationsleiter der Gematik

Künftig leitet der Politologe Henrik Jeimke-Karge die Kommunikationsabteilung der Gematik:

„Wir freuen uns, dass mit Herrn Jeimke-Karge ein erfahrener Medienprofi an der Spitze unserer Kommunikation steht […]. Mit ihm werden wir die Neuausrichtung der Marke gematik vorantreiben und unser Haus im öffentlichen Diskurs noch sichtbarer machen“, so Gematik-Chef Dr. Markus Leyck Dieken.

https://www.gematik.de/news/news/neuer-kommunikationsleiter-bei-der-gematik/


Sie wollen zu digitalen Themen im Gesundheitswesen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie jetzt gratis unsere neuesten Beiträge: per Mail-Alert, RSS oder Newsletter: Hier klicken und kostenlos eintragen!


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Fill out this field
Fill out this field
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Die folgenden im Rahmen der DSGVO notwendigen Bedingungen müssen gelesen und akzeptiert werden:
Durch Abschicken des Formulares wird Ihr Name, E-Mail-Adresse und eingegebene Text in unserer Datenbank gespeichert. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Menü

BERATUNG

Haben Sie Fragen zu den Themen Technik, Prozessmanagement, Kommunikation oder Wissensvermittlung in Ihrer medizinischen Einrichtung?

Unsere Experten beraten Sie gern.

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns:

Tel: +49 (0)89 32 49 33 97

mail@digitales-gesundheitswesen.de

Holler Box