Linkschau Digitales Gesundheitswesen
In unserer Linkschau tragen wir regelmäßig relevante Meldungen zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen zusammen. So bleiben Sie im Bilde und sind zu aktuellen Entwicklungen informiert und auf dem Laufenden.


Neue Geschäftsführung für die Gematik

Zunächst hatte Bundesgesundheitsminister Spahn die Mehrheitsanteile an der „Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte“ (Gematik) übernommen. Nun soll auch der Geschäftsführer ausgetauscht werden. An die Stelle des Juristen Alexander Beyer wird nach Angaben der FAZ Dr. Markus Leyck Dieken treten, der bislang Manager eines japanischen Pharmaunternehmens war.

„Leyck Dieken tritt in einer sehr wichtigen Phase in die Gematik ein. In den kommenden Jahren soll die Telematikinfrastruktur, also gewissermaßen die Datenautobahn im Gesundheitswesen, fertiggestellt werden. Gleichzeitig sollen mehrere neue Anwendungen starten, wie unter anderem das E-Rezept und die E-Medikationspläne“, heißt es in einem Beitrag der Deutschen Apotheker Zeitung zur Personalie.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/06/17/pharma-manager-wird-gematik-chef

Kritiker bemängeln den Einfluss aus der Wirtschaft auf die Entscheidung von Jens Spahn:

„Bereits als Bundestagsabgeordneter hatte Spahn nebenbei als Teilhaber einer Lobbyagentur eine übermäßige Nähe zu Klienten aus dem Medizin- und Pharmasektor. Mit der Berufung von Leyck Dieken zerstört Spahn das Vertrauen in seine Pläne für die elektronische Patientenakte. Erst überrumpelt der Minister mit der Gematik-Übernahme den Bundestag und die Selbstverwaltungsorgane des Gesundheitswesens, um dann der Pharma-Industrie dort den Führungsposten zuzuschieben. Damit wird der Bock zum Gärtner gemacht“, kritisiert Dr. Wolfgang Wodarg, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/06/19/spahn-erntet-kritik-fuer-sein-vorgehen-in-der-gematik/chapter:2


„Das Digitale Versorgung Gesetz wird Tempo in den Markt bringen“

Fachanwalt Frank Sarangi im Interview mit kma-online.de zum DVG:

„Es ist nicht nur die Dreimonatsfrist zwischen vollständiger Antragstellung und Aufnahme in das Verzeichnis der erstattungsfähigen Medizinprodukte sowie die entsprechende Kopplung an die EBM-Änderung, was Tempo macht. Durch den zukünftigen § 68 a SGB V ist es so, dass Gründer und Startups, die vielleicht durch Investoren mit Wagniskapital ausgestattet werden, aber damit nicht ausreichend finanziell unterfüttert sind, von Krankenkassen unterstützt werden können. Diese können zukünftig nämlich bis zu 2 % ihrer Finanzreserven als Kapitalbeteiligung einbringen“, so Frank Sarangi.

https://www.kma-online.de/aktuelles/politik/detail/das-digitale-versorgung-gesetz-wird-tempo-in-den-markt-bringen-a-40974


SpiFa fordert Streichung der Sanktionen aus dem Digitale Versorgung Gesetz (DVG)

Darüber hinaus hat der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands (SpiFa) weitere Kritikpunkte:

„Die Krankenkassen sind innerhalb der gemeinsamen Selbstverwaltung einer von drei Partnern. Uns überzeugt deshalb nicht, dass ausschließlich die Krankenkassen darüber befinden, welche Versorgungsinnovationen gefördert werden“, so SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann.

https://www.spifa.de/spifa-fordert-sanktionsregelung-ersatzlos-zu-streichen/

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Verband der Ersatzkassen (vdek) sowie der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) forderten weitere Nachbesserungen:


Apothekerkammer Hamburg klagt über demütiges Auftreten der ABDA-Spitze

Der Präsident der Apothekerkammer Hamburg Kai-Peter Siemsen bemängelt, dass Beschlüsse aus den Mitgliedsversammlungen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) im Gesetzgebungsverfahren des „Apotheken-Stärken-Gesetzes“ nicht vehement genug durch die ABDA-Spitze vertreten würden.

„Unsere Forderungen existieren gar nicht in der öffentlichen, politischen Welt“, so Kai-Peter Siemsen.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/06/19/siemsen-spahn-hat-die-abda-spitze-ueber-den-tisch-gezogen


Bundesregierung plant weitere technische Zugänge zur Telematikinfrastruktur für Leistungserbringer

Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion zur Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur (TI) hervor.

„Zurzeit bietet der sicherheitszertifizierte Konnektor eine Zugangsmöglichkeit für Leistungserbringer in die Telematikinfrastruktur. Neben den Konnektoren sind zukünftig auch weitere Zugangsmöglichkeiten geplant. Der konkrete Lösungsraum ist noch nicht festgelegt und wird durch die Gesellschaft für Telematik erarbeitet.

Die Gesellschaft für Telematik wurde durch Beschluss der Gesellschafter mit der Weiterentwicklung von Zugangslösungen zur Telematikinfrastruktur beauftragt. Die Lösungen werden technisch auch für eine Anbindung weiterer Leistungserbringer wie Heil- und Hilfsmittelerbringer geeignet sein“, heißt es in der Antwort.

https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/107/1910731.pdf

Die FDP-Fraktion hat unterdessen eine kleine Anfrage zur Sicherheit der Telematikinfrastruktur eingebracht:
https://www.bundestag.de/presse/hib/648474-648474


Roboter bekämpft Erreger im Krankenhaus

Für die Erfindung des „UVD Robot“ gab es den 15. „Innovations- und Entrepreneur-Award in Robotik und Automation“.

„Der UV-Desinfektionsroboter von Blue Ocean Robotics zeigt, was für ein nahezu grenzenloses Potenzial die Robotik beim Einsatz in neuen Umgebungen hat“, so Arturo Baroncelli, ehemaliger Präsident der International Federation of Robotics, bei der Preisverleihung.

https://www.kma-online.de/aktuelles/it-digital-health/detail/roboter-erledigt-krankenhaus-erreger-a-41001


Frauen in der Digitalen Gesundheitsbranche

Das war das Thema in der aktuellen Folge #17 des Zweikörperproblem-Podcast, bei dem Sunjoy Mathieu und Daniela Gunz vom Netzwerk „Women in Digital Health“ zu Gast waren.

„Zur Gründung des Netzwerks ‚Women in Digital Health‘ kam es eigentlich aus Frustration. Daniela und ich sind oft auf Events zu diesem Thema unterwegs. Die Feststellung war einfach: 95 Prozent dort sind Männer. Es sind vielleicht fünf bis zehn Frauen dabei. Die kannten wir alle, denn es waren immer dieselben. Die Frage war, gibt es nicht mehr Frauen? Und wenn es sie gibt, wo sind die dann?“, so Sunjoy Mathieu zum Hintergrund der Vernetzung.

https://xn--zweikrperproblem-qwb.de/?p=1600


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