Kurzanleitungen: DIGA, DIPA und Co – Gesundheits-Apps im Überblick

Prävention, Diagnose, Behandlung, Pflege – digitale Lösungen unterstützen uns in mittlerweile fast allen Bereichen der Medizin. So erobern Gesundheits-Apps mehr und mehr unseren Alltag. Grund genug, einmal zu fragen, was macht eine Gesundheits-App aus? Welche Apps kann ich als Arzt oder Ärztin verschreiben? Unsere Übersicht zum Thema Gesundheits-Apps hilft Ihnen, den Überblick zu behalten.

Von Jörg Schiemann

Fitness- oder Lifestyle-Apps gibt es schon lange. Auch Anwendungen zur Unterstützung der Gesundheit oder zum Management einer (chronischen) Krankheit sind schon seit einiger Zeit in den App Stores von Apple und Google zu finden. Und selbst die im Oktober 2020 eingeführten Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden in den amerikanischen App Stores zum Download angeboten.

Der Begriff der Gesundheits-App ist allerdings nicht geschützt. So kann jeder Hersteller seine Anwendung als Gesundheits-App bezeichnen, ob sie nun als Pillen-Wecker oder bei gesunder Ernährung unterstützt, Schritte zählt oder den Schlaf zu interpretieren versucht.

Kurzanleitung Gesundheits-Apps

Anders ist es mit den umgangssprachlich genannten „Apps auf Rezept“, den DiGA. Ein zugelassenes Medizinprodukt mit einem CE-Kennzeichen erfüllt nur einen Teil der Voraussetzungen für die Anerkennung als DiGA. Erst mit dem Nachweis für eine Evidenz nimmt das zuständige Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die entsprechende Anwendung – auf Antrag – in das sogenannte DiGA-Verzeichnis auf. Gut zu wissen: Die Kosten für die Nutzung der DIGA werden von den Krankenkassen erstattet, wenn der Nutzer sie vom Arzt verordnet oder eine entsprechende Diagnose bekommen hat.

Aber auch für einige andere digitale Anwendungen übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Dafür schließen sie mit den Herstellern gesonderte Verträge. Welche Anwendungen das aber konkret sind, ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich. Deshalb muss sich jeder Versicherte dazu bei seiner Versicherung erkundigen.

Die Kosten für die neuen Digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) wiederum übernehmen die Pflegekassen. Dafür müssen die DIPA übrigens – anders als die DiGA – nicht als Medizinprodukte zugelassen sein, aber ebenfalls in einem Verzeichnis des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgenommen worden sein.

Unsere Übersicht erläutert die verschiedenen Kategorien: von Gesundheits-Apps über DiGA und DiPA bis hin zu den Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI). Wir geben die Voraussetzungen an, grenzen die verschiedenen Kategorien voneinander ab und listen Beispiele auf.

Mit unseren Übersichten und Kurzanleitungen möchten wir diejenigen, die mit den neuen digitalen Systemen, Prozessen und technischen Komponenten im Gesundheitswesen umgehen, mit mehr Knowhow unterstützen.

Links zum Thema:
Kurzanleitung: Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) in der Klinik
Download: eHBA Kurzanleitung
Download: Gesundheits-Apps Kurzanleitung

Kurzanleitung Gesundheits-Apps
Abbildung: Kurzanleitung zu digitalen Gesundheitsanwendungen und -Apps (Klicken für eine vergrößerte Ansicht)

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