Telematikinfrastruktur: Wenn die Arbeit mit dem Kartenlesegerät zum Umgang mit der Diva wird

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Eine der größten Herausforderungen für jede Klinik, Praxis oder Apotheke auf dem Weg ins digitale Gesundheitswesen ist die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Ist dieser Schritt erstmal bewältigt, können die Anwendungen folgen, die den Alltag für Patienten, Ärztinnen, Apotheker und Versicherungen langfristig erleichtern werden: das digitale Management der Versichertenstammdaten (VSDM), das elektronische Rezept (E-Rezept) oder die elektronische Patientenakte (ePA) zum Beispiel – hier ein Überblick aller Anwendungen.

Doch besonders eine Komponente der TI stellt sich im Vergleich zu ihren Vorgängergenerationen als ein wenig empfindlich heraus: das Kartenlesegerät. Es ist der Star der Kombo und bringt zuverlässig alle anderen Beteiligten zusammen, wenn – ja wenn – ein paar Regeln beim Umgang mit dem Sensibelchen berücksichtigt werden.
Die wichtigsten „Allüren“ der Kartenlesegeräte samt passender Umgangsformen im augenzwinkernden „Kartenlese-Knigge“:

1. Rigide

Das Kartenlesegerät wird bei der Inbetriebnahme genau einem oder zwei Arbeitsplätzen zugeordnet und dafür eingerichtet. Ein einfaches Umstecken ist nicht mehr möglich. Wählen Sie den Standort eines jeden Kartenlesegeräts also mit Bedacht.

2. Empfindlich

Die neuen Kartenlesegeräte sind nichts anderes als kleine Computer und daher empfindlich. Hitze, Wasser, Stöße, zu wenig Raum für Abwärme sind schädlich. Auch abruptes Trennen vom Netzwerk oder vom Strom führt zu Problemen. Genau wie Compter sollten die Geräte sorgsam heruntergefahren werden. Andernfalls kann es zum Defekt kommen und das Kartenlesegerät fährt nicht wieder hoch.

3. Paranoid

Zudem verarbeiten die Kartenleser sensible Daten. Deshalb werden harte Stöße oder das Öffnen der Serviceklappe am Boden als Einbruchsversuche gewertet. Das führt automatisch zur Deaktivierung des Geräts als Schutzmaßnahme gegen unbefugte Zugriffe. Auch die Verletzung des Siegels, das bei der Installation aufgebracht wird, stellt bereits einen meldepflichtigen Kompromittierungsversuch dar. Versuchen Sie bei Problemen also nicht, sich im Innenleben des Kartenlesers nach vermeintlichen Ursachen umzusehen, und gehen Sie auch sonst sorgsam damit um.

4. Ungeduldig

Für die Eingabe der PIN stehen genau 30 Sekunden zur Verfügung. Das ist in der Regel mehr als genug. Bleiben Sie aber bei der Sache! Denn nach Verstreichen der halben Minute sperrt sich das Gerät von selbst.

5. Widersprüchlich

Auf dem Display des Kartenlesers erscheinen bei der PIN-Eingabe mehr Eingabestellen, als die PIN selbst lang ist. Es sieht also so aus, als müssten noch weitere Stellen eingegeben werden. Das schürt Unsicherheiten, die wiederum häufig zu Zeitüberschreitungen bei der PIN-Eingabe führen. Lassen Sie sich also nicht beirren. Ihre PIN kann durchaus kürzer sein, als es den Anschein hat.

6. Verlockend

Im Praxisalltag kann es oft dazukommen, dass eine Karte eingelesen werden muss, man aber weder die passende PIN für das Kartenlesegerät parat hat noch der oder die PIN-Beauftragte verfügbar ist. Unter Zeitdruck, gerade wenn Patienten am Tresen warten und es um abrechnungsrelevante Buchungen geht, scheint eine Abkürzung verlockend: die PIN-Eingabe durch die Verwendung der PUK zu umgehen.

Vorsicht bei der Eingabe der PUK

Die PUK kann insgesamt nur zehn Mal verwendet werden – danach ist Schluss. Dann ist ein neue Praxiskarte (SMC-B) fällig – für rund 450 Euro zuzüglich der Lieferung per sicherer Lieferkette und Installation durch einen zertifizierten Dienstleister. Insgesamt belaufen sich die Kosten im hohen dreistelligen Bereich – und da sind Ausfallzeiten und Aufwände für die Organisation noch gar nicht eingerechnet. Nehmen Sie diese PUK-Abkürzung also nicht, sondern ermitteln Sie die PIN – auch wenn es kurzfristig länger dauern sollte.

Wenn Sie diesen „Kartenlese-Knigge“ beherzigen, dann ist die neue Generation von Kartenlesegeräten genauso zuverlässig wie die alten.

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