Die elektronische Arbeitsunfähigkeit­bescheinigung (eAU)

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist Teil der Telematikinfrastruktur (TI) und ermöglicht die digitale Übermittlung der Daten zur Arbeitsunfähigkeit an Krankenkasse, Arbeitgeber und Patient.

Die eAU ersetzt damit den bisherigen papierbasierten Prozess einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), bei dem der Patient das Attest als Ausdruck erhielt und jeweils eine Version an Krankenkasse und Arbeitgeber schicken musste.

Nach der Erzeugung der eAU im lokalen Verwaltungssystem muss der Arzt oder die Ärztin das Dokument mit der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) signieren, der Versand via KIM-Dienst an die Krankenkasse erfolgt automatisiert.

Vereinfachte Darstellung einer eAU.
© Digitales Gesundheitswesen
Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Die Übermittlung von Krankenkasse an Arbeitgeber läuft ebenfalls digital ab. Der Arbeitgeber ruft dabei einen entsprechenden Datensatz ab, den die Krankenkasse für ihn zu der Arbeitsunfähigkeitsmeldung erstellt.

Der Patient erhält weiterhin auf Wunsch einen Ausdruck.

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Vorteile der eAU

Die Vorteile der digitalen AU-Bescheinigung liegen auf der Hand: Die Daten des Versicherten können wesentlich schneller und sicherer an Krankenkasse und Arbeitgeber übermittelt werden. Der Versicherte muss keine Papierbescheinigung mehr an Arbeitgeber und Krankenkasse schicken. Medienbrüche – z.B. maschinell erstellte Bescheinigung wird ausgedruckt und später wieder eingescannt – werden vermieden und damit können Zeit und Geld gespart werden.

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Übermittlung der eAU an die Krankenkasse ist die Anbindung der ausstellenden Einrichtung an die Telematikinfrastruktur sowie die Nutzung eines KIM-Dienstes.

Für die Anschaffung und Installation der benötigten Software und Geräte sowie für die Kosten, die für den Betrieb anfallen, werden Ärzte und Krankenhäuser vergütet.

Aktueller Status

Einführung der eAU in Praxen

  • Die elektronische Übermittlung der AU an gesetzliche Krankenkassen ist laut Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) ab dem 01.01.2021 für niedergelassene Ärzte verpflichtend. Der Start der eAU wurde jedoch zunächst auf den 01.10.2021 verschoben. Außerdem wurde aufgrund vielfältiger technischer Probleme aufseiten der Softwarehersteller und Krankenkassen eine Übergangsfrist bis zum 30.06.2022 gewährt, in der weiterhin das Muster 1 verwendet werden darf.
  • Die elektronische Übermittlung der Daten zur Arbeitsunfähigkeit von der Krankenkasse an den Arbeitgeber ist laut dem 3. Gesetz zur Bürokratieentlastung ab dem 01.01.2022 verpflichtend. Auch diese Frist wurde verschoben, auf den 01.07.2022.
  • Ärzte sind außerdem verpflichtet, die Bescheinigung dem Patienten als Ausdruck zur Verfügung zu stellen oder digital über die elektronische Patientenakte (vorauss. ab 2022).

Online-Schulung „Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ (Praxisversion)

Einführung der eAU in Kliniken

  • Die elektronische Übermittlung der AU an gesetzliche Krankenkassen ist laut Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) ab dem 01.01.2021 in Kliniken für stationär tätige Ärzte im Rahmen des Entlassmanagements verpflichtend. Der Start der eAU wurde jedoch zunächst auf den 01.10.2021 verschoben. Außerdem wurde aufgrund vielfältiger technischer Probleme aufseiten der Softwarehersteller und Krankenkassen eine Übergangsfrist bis zum 30.06.2022 gewährt.
  • Die elektronische Übermittlung der Daten zur Arbeitsunfähigkeit von der Krankenkasse an den Arbeitgeber ist laut dem 3. Gesetz zur Bürokratieentlastung ab dem 01.01.2022 verpflichtend. Auch diese Frist wurde verschoben, auf den 01.07.2022.
  • Ärzte sind außerdem verpflichtet, die Bescheinigung dem Patienten als Ausdruck zur Verfügung zu stellen oder digital über die elektronische Patientenakte (vorauss. ab 2022).

Online-Schulung „Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ (Klinikversion)

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