Abkürzungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

In unserem Abkürzungsverzeichnis stellen wir Ihnen verlässliche Informationen zu den verschiedenen Begriffen und Abkürzungen rund um die Telematikinfrastruktur zur Verfügung. Informieren Sie sich und werden Sie zum Experten!

AbkürzungBegriffErklärung
DiGADigitale GesundheitsanwendungenEine digitale Gesundheitsanwendung – auch „App auf Rezept“ genannt – ist ein Medizinprodukt, dessen medizinischer Zweck im Wesentlichen auf digitalen Technologien beruht. Die Anwendung muss ein Zulassungsverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erfolgreich durchlaufen und wird anschließend im Verzeichnis erstattungsfähiger digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA-Verzeichnis) gelistet. Patienten können sich diese dann vom Arzt verschreiben lassen, die Kosten werden von der Krankenkasse erstattet.
eAUElektronische ArbeitsunfähigkeitsbescheinigungDie elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ermöglicht die elektronische Abwicklung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zwischen Arzt, Krankenkasse, Arbeitgeber und Patient. Die eAU wird sukzessive eingeführt: Zunächst wird die eAU ab Mitte 2022 verpflichtend für Ärzte, 2023 auch für die Weiterleitung von der Krankenkasse an den Arbeitgeber. Patienten können die eAU dann auch in ihrer elektronischen Patientenakte (ePA) speichern lassen.
eGKElektronische GesundheitskarteDie elektronische Gesundheitskarte ist der Versicherungsnachweis in Form einer Chipkarte. Sie ermöglicht den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten mit den Daten der Krankenkasse. Zusätzlich können Versicherte medizinische Informationen auf der Karte speichern lassen, z.B. einen Notfalldatensatz und einen elektronischen Medikationsplan.
eHBAElektronischer HeilberufsausweisDer elektronische Heilberufsausweis dient als Sammelbegriff für die personenbezogenen elektronischen Chipkartenausweise für Heilberufler wie Ärzte, Apotheker, Zahnärzte oder Psychotherapeuten. Dementsprechend wird konkreter auch vom eApothekerausweis, eArztausweis, eZahnarztausweis oder dem ePsychotherapeutenausweis gesprochen. Einen eHBA erhalten in den kommenden Jahren auch weitere Berufsgruppen, wie z.B. Pflegekräfte, Hebammen und Physiotherapeuten. Der eHBA ermöglicht den Inhabern die Authentifizierung innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI) und somit den Zugriff auf Patientendaten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert sind. Darüber hinaus können mit dem elektronischen Heilberufsausweis rechtssichere Unterschriften digital erstellt werden – sogenannte Qualifizierte Elektronische Signaturen (QES).
eHealth-KartenterminaleHealth-KartenterminalDas E-Health-Kartenterminal steht vor Ort in der medizinischen Einrichtung und ermöglicht den Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte, wobei dazu immer entweder ein Institutionsausweisausweis (SMC-B)oder ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)zusätzlich zum Einsatz kommen muss. Das Kartenterminal sorgt so für eine Authentifizierung innerhalb des TI-Netzwerks. Das Kartenterminal wird beispielsweise verwendet um Daten von der elektronischen Gesundheitskarte der Versicherten auszulesen oder Daten darauf zu speichern, Datensätze mit dem eHBA zu signieren oder auch den Zugriff auf die elektronische Patientenakte zu ermöglichen. Neben dem stationären Kartenterminal gibt es auch mobile Kartenterminals z.B. für Hausbesuche, die allerdings nur die Versichertenstammdaten zwischenspeichern können.
eMPElektronsicher MedikationsplanDer elektronische Medikationsplan ist das digitale Verzeichnis aller aktuell und früher eingenommenen Medikamente eines Patienten, sowohl verschreibungspflichtige Medikamente als auch frei verkäufliche Arzneimittel. Auch weitere medikationsrelevante Daten (z.B. Allergien) können hier von allen behandelnden Ärzten hinterlegt werden. Über den eMP können relevante Informationen zwischen allen Akteuren ausgetauscht werden, die in die Behandlung eingebunden sind. Der eMP-Datensatz wird auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert.
ePAElektronische PatientenakteDie elektronische Patientenakte dient dazu, medizinische Informationen und Dokumente zur eigenen Person digital nachhalten zu können. So können beispielsweise Arztbriefe, Medikationspläne, Notfalldaten oder der Impfausweis in der ePA gespeichert werden. Die elektronische Patientenakte steht unter der Datenhoheit des Patienten, nicht der der behandelnden Ärzte. Versicherte können ihre ePA selbst über eine eigene ePA-App verwalten oder von ihren Heilberuflern verwalten lassen. Die entsprechenden Berechtigungen erteilen Versicherte mithilfe ihrer elektronischen Gesundheitskarte und der zugehörigen PIN.
E-RezeptElektronisches RezeptDas elektronische Rezept ist die digitale Version des Papierrezeptes und kann von Ärzten elektronisch erstellt, signiert und über einen E-Rezept-Server zur Verfügung gestelltwerden. Patienten können E-Rezepte in Form eines Codes online über die E-Rezept-App der gematik abrufen oder einen Papierausdruck mit dem Code erhalten; einzulösen sind E-Rezepte in Apotheken vor Ort oder in Versand- und Online-Apotheken. Das E-Rezept befindet sich noch in der Testphase und wird 2022/23 sukzessive eingeführt.
gSMC-KTGerätespezifische Secure Module Card - KartenterminalDie gSMC-KT für stationäre eHealth Kartenterminals ist eine Smartcard. Sie dient in der Telematikinfrastruktur als gerätespezifische Sicherheitsmodulkarte und speichert kryptographische Schlüssel und zugehörige Zertifikate innerhalb eines eHealth-Kartenterminals sicher. Das eHealth-Kartenterminal nutzt diese Schlüssel und Zertifikate, um sich gegenüber dem Konnektor zu authentisieren.
KIMKommunikation im MedizinwesenDie Anwendung „Kommunikation im Medizinwesen“ sorgt für eine vertrauliche, verschlüsselte und verlässliche Kommunikation sensibler Gesundheitsdaten über Einrichtungen, Sektoren und Fachbereiche hinweg. KIM ist das zentrale E-Mail-Kommunikationssystem der TI. Wichtige Anwendungen sind der sichere Versand des elektronischen Arztbriefs (eArtzbrief) und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).
KonnektorKonnektorDer Konnektor sorgt als eine Art “Router” für die Anbindung einer Einrichtung an die Telematikinfrastruktur. Der Konnektor stellt eine sichere Verbindung zur TI her, indem ein Virtual Privat Network (VPN) Zugang aufgebaut wird. Dies dient dem sicheren Datenverkehr und der Möglichkeit einer verschlüsselten Datenübertragung. Der Konnektor muss nicht zwingend vor Ort aufgestellt werden, sondern kann auch als Cloud-Lösung in einem Rechenzentrum integriert werden.
NFDMNotfalldatenmanagementPatienten und Patientinnen können mit den elektronischen Notfalldaten ihre Medikation, Diagnosen, Allergien und Unverträglichkeiten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) hinterlegen lassen. Außerdem können sie die Daten von Kontaktpersonen und Hinweise auf den Ablageort wichtiger persönlicher Erklärungen wie z.B. des Organspendeausweises und der Vorsorgevollmacht speichern lassen. So stehen die Informationen Heilberuflern schnell und einfach im Notfall zur Verfügung.
QESQualifizierte elektronische SignaturDie qualifizierte elektronische Signatur ermöglicht eine digitale rechtssichere Unterschrift von Dokumenten. Grundlage für die QES ist ein qualifiziertes Zertifikat für elektronische Signaturen. Es stellt sicher, dass medizinische Dokumente verschlüsselt und damit sicher vor der Einsicht Unbefugter sind. Eine QES wird mithilfe des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) erstellt.
SMC-BSecure Module Card - BetriebsstätteDie SMC-B ist der elektronische Institutionsausweis für Einrichtungen des Gesundheitswesens, die sich an die Telematikinfrastruktur (TI) anschließen. Die SMC-B ermöglicht eine sichere Authentifizierung einer Einrichtung innerhalb der TI. Die Karte gilt außerdem als Authentifizierung für den Zugriff auf Daten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK).
TITelematikinfrastruktur„Telematik“ ist eine Wortschöpfung aus den Begriffen „Telekommunikation“ und „Informatik“. Die Telematikinfrastruktur vernetzt alle relevanten Akteure des Gesundheitswesens – Arztpraxen, Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und viele weitere – über eine besonders gesicherte Internetverbindung. Nur Institutionen oder Personen mit einem entsprechenden elektronischen Ausweis bekommen zum Zweck der medizinischen Versorgung Zugriff auf die sensiblen Daten in dem geschlossenen Netzwerk.
VSDMVersichertenstammdatenmanagementDas Versichertenstammdatenmanagement dient dem Austausch von Versichertenstammdaten zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern. Auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sind die Stammdaten eines jeden Patienten gespeichert. Bei jedem Lesen der eGK werden die dort gespeicherten Daten an die Krankenkasse gesendet und mit den dort vorhandenen abgeglichen und gegebenenfalls aktualisiert.
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